Studie: Biologische Vielfalt braucht mehr Finanzierung

Der Schutz der Biodiversität erfordert eine erhebliche Erhöhung und Verbesserung der Finanzierung. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie des Instituts für Europäische Umweltpolitik (IEEP) und anderen Forschungspartnern. In der Studie werden die bestehenden Finanzierungsinstrumente der EU für Biodiversitätsschutz analysiert und bewertet sowie Optionen für die Zukunft nach 2020 vorgeschlagen. Ein eigener EU-Fonds für Biodiversität ist dabei ganz oben auf der Liste, die bisherigen Mängel abzudecken.
Der derzeitige Finanzierungsrahmen besteht zu großen Teilen aus der Einbeziehung der Erhaltungsziele des Natur-, Habitat- und Artenschutzes in bestehende Instrumente. Beispielsweise werden die jährlichen Ausgaben der EU für das Natura-2000-Netz auf 5,8 Milliarden Euro geschätzt. Ein kürzlich erschienener Bericht der Europäischen Rechnungshofes (EU-News 22.02.2017) hat aber gezeigt, dass das Natura-2000-Programm besser verwaltet, finanziert und überwacht werden muss, um die beschlossene Ziele zu erreichen. Einerseits gibt es Mängel bei der Mobilisierung der EU-Mittel, andererseits sind die derzeitigen Förderprogramme nicht ausreichend auf die Standorte und deren Erfordernisse abgestimmt.
Auch bei anderen Fonds wie dem LIFE-Programm und den ländlichen beziehungsweise regionalen Entwicklungsfonds (ELER und EFRE) zeigt die IEEP-Studie Erfolge und politische Mängel auf.
Ein Fazit der Studie ist, dass jede zukünftig mögliche Option wesentliche Verbesserungen der derzeitigen Finanzierungsverfahren beinhalten sollte. Dazu gehören die stärkere Zweckbindung der Mittel für Biodiversität, ein verbesserter Zugang zu Fördermitteln, eine bessere Koordinierung und Kohärenz bei Fördermitteln, die einen Einfluss auf Biodiversität haben, und eine bessere Überwachung der tatsächlichen Fortschritte. Darüber hinaus sollten Maßnahmen ergriffen werden, um den Verwaltungsaufwand bei der Beantragung von Geldern zu verringern. Auch die Kooperation der Akteure müsste durch eine Sensibilisierung für Biodiversitätsziele und deren Verbindung zu anderen sozioökonomischen Zielen verbessert werden. [jg]
Studie "Integration approach to EU biodiversity financing (PDF, engl., 171 p., 2,8 MB)


