Waldstrategie 2050 stärker ökologisch ausrichten

Am Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt Ende Mai haben die Welternährungsorganisation FAO und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) den Waldzustandsbericht 2020 veröffentlicht, der alle zwei Jahre erscheint. Kurz zuvor stellte die EU-Kommission die neue EU-Biodiversitätsstrategie vor.

Aus Sicht von Umweltorganisationen enthält die Strategie sinnvolle Vorgaben für den Schutz von Klima, Arten und Wäldern. Demnach sollen alle verbliebenen Natur- und Urwälder Europas kartiert und streng geschützt werden. Eine verbindliche Richtlinie soll für eine naturnähere Waldbewirtschaftung von Wirtschaftswäldern sorgen. Zudem soll der Schutz vor invasiven, gebietsfremden Arten verbessert werden.

DNR-Mitglied Robin Wood sieht in der EU-Biodiversitätsstrategie großes Potenzial zum Schutz von Klima und Arten. Für deren Umsetzung in verbindliches Recht müsse sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner stark machen. Allerdings sei "Klöckner mit ihren Plänen für eine Waldstrategie 2050 bislang auf dem Holzweg", kritisierte Jana Ballenthien von Robin Wood.

Der WWF bezeichnete den internationalen Waldzustandsbericht als "Waldzerstörungsbericht". Trotz geringfügiger Verlangsamung der Entwaldung gingen nach wie vor Wälder weltweit in atemberaubender Geschwindigkeit verloren. Mit drastischen Folgen: Jeder Hektar Waldverlust löst laut WWF eine dramatische Kettenreaktion aus - vom Artensterben über Ressourcenschwund bis zum Anheizen der globalen Temperatur. Die Umweltorganisation fordert deshalb auf internationaler Ebene bessere und verbindliche Sozial- und Umweltstandards, insbesondere zu entwaldungsfreien Lieferketten. Vor allem während der Corona-Pandemie (Stand März 2020) stieg die Waldzerstörung in 18 untersuchten Ländern im Vergleich zu den Vorjahren um durchschnittlich 150 Prozent an, wie eine WWF-Analyse ergab.  [mbu]

Robin Wood zu Waldstrategie 2050


WWF-Analyse zu Waldzerstörung