Landwirtschaft & Gentechnik

ECHA bewertet Glyphosat als nicht krebserregend

16.03.2017

Das Urteil der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) über das Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat ist widersprüchlich. Sie stufte das Pflanzengift gestern als nicht krebserregend, nicht erbgutschädigend sowie nicht gefährlich für die Fortpflanzung ein.

Damit widerspricht die ECHA der Einschätzung der Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation (IARC), welche Glyphosat als „krebserregend beim Menschen“ eingestuft hatte. Die ECHA begründete ihre Entscheidung, dass nicht genügend Beweise für eine Krebswirkung vorliegen würden.

Umweltorganisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Pestizid-Aktionsnetzwerk (PAN Germany) lehnten die Entscheidung der ECHA ab. Die BUND-Pestizidexpertin Heike Moldenhauer betonte, dass das Urteil der IARC weiterhin gelte und pochte darauf, dass die EU-Kommission die Zulassung des Herbizids aufgrund der gravierenden Bedenken hinsichtlich Umwelt und menschlicher Gesundheit Ende des Jahres auslaufen lassen müsse.
Auch Peter Clausing von PAN Germany zeigte sich enttäuscht darüber, dass die ECHA „offenbar eine solche industriefreundliche Gewichtung vorgenommen hat“. [es]

Mitteilung des BUND
Hintergrund zu Glyphosat von PAN Germany