Politik & Recht

Nachhaltige Finanzen: Offenlegungspflichten und Konsultation über grüne Anleihen

07.03.2019

Laut Ministerrat und EU-Parlament müssen Finanzunternehmen künftig offenlegen, wie sie Umweltschutz in Investitionen einbeziehen. Die Kommission will Meinungen über grüne Anleihen einholen.

Offenlegung von ESG-Kriterien
Die Unterhändler*innen vom Rat der EU und vom EU-Parlament einigten sich am Mittwoch in interinstitutionellen Verhandlungen auf neue Regeln für Finanzakteure, denen zufolge sie in Zukunft offenlegen müssen, wie sie die Faktoren Umwelt, Soziales und Governance (ESG-Kriterien) in ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen.

Finanzunternehmen werden verpflichtet, Informationen über ihre aktuellen „Verfahren zur Berücksichtigung von Umweltrisiken und sozialen Risiken in ihrer Anlage- und Beratungstätigkeit“ preiszugeben. Zweitens müssen sie angeben, inwiefern sich „diese Risiken auf die Rentabilität der Investition auswirken könnten“. Drittens sollen Informationen zur Umsetzung von grünen Anlagestrategien und zu den Auswirkungen der Produkte und Portfolios auf Nachhaltigkeit oder Klimaschutz offengelegt werden.

Konsultation zu einem EU-Standard für „grüne“ Anleihen
Die Technische Expertengruppe der EU-Kommission schlägt einen freiwilligen EU-Standard für grüne Anleihen vor. Dieser würde sich laut Expert*innen „auf eine strenge Verifikation und eine Akkreditierungsstruktur stützen und eng mit dem neuen EU-weiten Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten (Taxonomie) verknüpft sein“.

Insbesondere wird um Feedback von den Interessengruppen zu Chancen und Hindernissen für die Entwicklung des Marktes für grüne Anleihen, der angemessenen Verwendung der erzielten Erlöse sowie zu den Berichterstattungs- und Überprüfungsanforderungen gebeten.

Die Konsultation läuft bis zum 3. April 2019. [aw]

Rat der EU zur Trilogeinigung zu Offenlegungspflichten  
Konsultation zum EU-Standard für grüne Anleihen