EU-Bürgerschaft setzt sich für biologische Vielfalt und Schutz der Natur ein

Die Hands-off-Nature-Kampagne hat über eine halbe Million Unterstützungsunterschriften für den Erhalt der europäischen Umwelt- und Naturschutzgesetze gesammelt. Auch das jüngste Eurobarometer zeigt, dass die Öffentlichkeit mehr Einsatz für Biodiversität fordert.
Eine erst im Februar gestartete Kampagne mit einer Petition für den Erhalt der europäischen Umwelt- und Naturschutzgesetze hat Anfang Juni schon über 500.000 Menschen in der EU mobilisiert. Die europaweite Kampagne #HandsOffNature wird laut WWF von fast 120.000 Stimmen allein aus Deutschland unterstützt. Getragen wird die Kampagne von einem breiten Bündnis, zu dem auch der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring und eine Vielzahl seiner Mitgliedsverbände gehört.
Dauerhafte Unterstützung für Schutzgebiete und Natura 2000
Die bei der Green Week präsentierte aktuellste Europa-Umfrage (Eurobarometer) zeigt eine mehr als stabile Unterstützung der Befragten für den Schutz von biologischer Vielfalt. 96 Prozent sind der Ansicht, dass die Eindämmung des Verlusts an biologischer Vielfalt wichtig ist. Grund dafür sei unsere moralische Verantwortung, uns um die Natur zu kümmern. 95 Prozent unterstützen Maßnahmen für den Schutz von Biodiversität, da unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auf der Natur und der biologischen Vielfalt basieren. Dies sei außerdem wichtig für unsere langfristige Wirtschaft und für die Bekämpfung des Klimawandels (94 Prozent Zustimmung). Die Aussage, dass die biologische Vielfalt für die Herstellung von Gütern wie Lebensmitteln, Materialien und Arzneimitteln unerlässlich ist, wird von 93 Prozent unterstützt.
Mindestens 90 Prozent der Befragten in allen Mitgliedstaaten nennen die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser als größte Bedrohung. Von Menschen verursachte Katastrophen wie Öl- oder Industrieunfälle und die Umwandlung von Naturgebieten in andere Landnutzungen sind weitere Risikofaktoren, die von 92 beziehungsweise 90 Prozent angeführt werden. Intensive Land- und Forstwirtschaft sowie Überfischung stufen 85 Prozent als Gefährdung der biologischen Vielfalt ein.
Auch Naturschutzgebiete finden eine breite Zustimmung in der europäischen Bevölkerung. So geben 96 Prozent der Befragten an, dass diese von entscheidender Bedeutung sind, um die Zerstörung natürlicher Lebensräume zu verhindern. 95 Prozent geben an, dass Schutzgebiete den Schutz gefährdeter Arten fördern. 94 Prozent der Befragten heben die Bedeutung der Gebiete für saubere Luft, sauberes Wasser und nachhaltige Volkswirtschaften hervor.
Die „Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt gut umgesetzt werden und sich auf die Wiederherstellung konzentrieren, dass die biologische Vielfalt in Planungsentscheidungen einbezogen wird und dass solide Schutzmaßnahmen für die Schutzgebiete aufrechterhalten werden“, heißt es aus der EU-Kommission.
Petition #HandsOffNature und Stresstest von EU-Naturschutzgesetzen laufen noch
Die Befragung der rund 26.500 Personen aus allen EU-Mitgliedstaaten fand vom Februar bis März 2026 statt und wurde mit ähnlichen Umfragen von 2018 und 2015 verglichen. Die Zustimmung für Naturschutzmaßnahmen ist gleichbleibend hoch. Insofern ist es wichtig, dass die EU-Kommission plant, die Eurobarometer-Ergebnisse auch in den laufenden Stresstest von Vogelschutzrichtlinie und der FFH-Richtlinie einzubeziehen, zu dem noch bis zum 10. August 2026 eine öffentliche Konsultation läuft.
Auch die Unterschriftensammlung von #HandsOffNature für den Erhalt der EU-Naturschutzgesetze, die Mensch und Natur schützen, Renaturierungsvorhaben stärken und die Wiederherstellung zerstörter Natur vorantreiben, geht weiter. [jg]
WWF: EU-weite Naturschutzkampagne #HandsOffNature mobilisiert bereits über 500.000 Menschen
EU-Kommission: Eurobarometer zeigt anhaltende Unterstützung der Öffentlichkeit für den Schutz der biologischen Vielfalt in Europa


