#HandsOffNature
#HandsOffNature-Bündnis fordert: Hände weg vom Naturschutz!
Jetzt aktiv werden: Gesundheit und Natur sind nicht verhandelbar
Umweltverschmutzung, Klimakatastrophe und Artensterben bedrohen unsere Lebensgrundlagen. Derweil wollen rücksichtslose Lobbyinteressen und verbündete politische Kräfte europäische Natur- und Umweltgesetze abbauen. Das bedroht unser sauberes Trinkwasser, unsere sicheren Lebensmittel, unsere frische Luft und unsere Natur. Das ist gegen die Interessen der Zivilgesellschaft. Ein breites Bündnis aus Natur-, Umwelt-, Tier- und Klimaschutzverbänden sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen hat deshalb mit #HandsOffNature eine Petition an die politische Entscheidungsebene der Europäischen Union gestartet.
In Europa haben wir seit Jahrzehnten etablierte Gesetze, die Menschen und Natur schützen. Es hat sehr lange gedauert, um sie zu erkämpfen. Das soll auch so bleiben. Setzen Sie sich für sich selbst, für Ihr Wasser, für die Natur und für Ihre Kinder ein. Unterzeichnen Sie jetzt die Petition und teilen Sie sie mit vielen anderen.
Der Deutsche Naturschutzring unterstützt das Anliegen. Auf folgenden Seiten unserer Mitgliedsorganisationen können Sie unterschreiben:
Was #HandsOffNature schon erreicht hat
Das #HandsOffNature-Bündnis ist seit 2025 aktiv. Denn mitten in der Sommerpause hatte die EU-Kommission zum sogenannten „Umwelt-Omnibus“ einen „call for evidence“ gestartet und Unternehmen, Organisationen und die Bevölkerung dazu aufgefordert, sich zu äußern, ob EU-Umweltgesetze abgeschwächt werden sollten. Begleitet von Aktionen, Aufrufen und viel ehrenamtlicher Arbeit von #HandsOffNature sind bis Fristende 10. September 2025 rund 190.000 Kommentare bei der EU-Kommission eingegangen. Dessen unbeeindruckt hat die EU-Kommission am 10. Dezember 2025 besorgniserregende Vorschläge vorgelegt: Umwelt-Omnibus crasht Green Deal.
Hintergrund: Omnibus-Pakete vs. Umwelt- und Naturschutz
Seit Februar 2025 veröffentlicht die EU-Kommission zahlreiche Gesetzespakete, die mittels „Bürokratieabbau“ und „Vereinfachung“ zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit beitragen sollen. Diese sogenannte Omnibus-Verordnungen (lat. omnibus = alle) bündeln mehrere bestehende Regelungen zu einem Themenbereich. Auf der Überblicksseite der EU-Kommission sind die bisherigen Omnibus-Pakete dargestellt:
- Omnibus I: Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD und EU-Taxonomie)
- Omnibus II: Sorgfaltspflichten
- Omnibus III: Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) (EU-News vom 20.05.2025)
- Omnibus IV: Vereinfachung des Binnenmarkts (EU-News vom 22.5.2025)
- Omnibus V: Verteidigung
- Omnibus VI: Chemikalien (EU-News vom 09.07.2025)
- Omnibus VII: Digitalisierung
- Omnibus VIII: Umwelt (EU-News vom 11.12.2025)
- Omnibus IX: Automobil
- Omnibus X: Lebens- und Futtermittelsicherheit (EU-News vom 17.12.2025)
Mit dem „Food and Feed Safety“ – Omnibus will die EU-Kommission zuletzt zentrale Schutzstandards im Umgang mit Pestiziden aufweichen: Pestizid-Wirkstoffe sollen unbefristet genehmigt und damit der neueste Stand der Wissenschaft zu den Risiken ignoriert werden. Auch die Aufbrauchfristen für verbotene Wirkstoffe sollen verlängert werden. Ein von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen beauftragtes Rechtsgutachten zeigt jedoch: die vorgeschlagenen Änderungen wären mit einer „erheblichen Absenkung des Schutzniveaus für Umwelt und Gesundheit verbunden“. Es bestehen zudem „ernsthafte Zweifel“ an der Vereinbarkeit mit EU-Recht und dem europäischen Vorsorgeprinzip.
Und das ist noch nicht alles. Vertraut man der Analyse des NABU-EU-Experten Raphael Weyland droht auch 2026 eher eine „Abrissparty statt Sanierung” der europäischen Umwelt- und Naturschutzgesetze. Denn auch wenn im „Umwelt-Omnibus“ der Fokus auf den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Industrieemissionen und Abfallbewirtschaftung liegt, hat sich die EU-Kommission vorbehalten, die „Liste der zu ergreifenden Maßnahmen“ zu erweitern. Somit könnten auch weitere Gesetze zur Diskussion gestellt werden, die Industrie, Unternehmen oder die Agrarwirtschaft schon länger als störend empfinden. Bedroht sind somit auch die Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), die Wasser- (WRRL) und die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) sowie die Nitratrichtlinie.
Umso wichtiger ist die Beteiligung von vielen Bürger*innen an der Petition. Sagen Sie Ihre Meinung: #HandsOffNature!







