Wasser & Meere

BirdLife fordert Erweiterung von Farm-to-Fork

08.05.2020

Voraussichtlich am 20. Mai soll die lang erwartete EU-Strategie "vom Hof auf den Teller" (Farm-to-Fork, F2F) veröffentlicht werden. Die Naturschutzorganisation BirdLife hat kritisiert, dass im bisher bekannten Entwurf die Produktion von Lebensmitteln aus dem Meer keinerlei Berücksichtigung gefunden hat.

Der Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) über den globalen Umweltzustand vom letzten Jahr hatte illegale Fischerei und Aquakultur als einen der Haupttreiber für den Verlust der biologischen Vielfalt hervorgehoben. Doch die verheerenden Umweltauswirkungen der Fisch- und Meeresfrüchteproduktion fehlen im jüngsten Entwurf der Farm to Fork-Strategie noch immer, mahnte BirdLife. Ähnlich hatte sich Anfang April schon Seas At Risk geäußert (EU-News 02.04.2020).

Die F2F-Strategie müsse umfassende Maßnahmen und Ziele für einen vollständigen Übergang der europäischen Fischereiindustrie zu einer für die Meeresumwelt möglichst folgenarmen Fischerei festlegen. Hierzu gehören unter anderem ein Ende der Überfischung, das Verbot destruktiver Fangpraktiken und nicht selektiver Fanggeräte, das Fischen ohne Beifang empfindlicher Arten sowie die Gewährleistung einer umfassenden Überwachung und Kontrolle der Fischerei. Aquakulturen müssten ihrer Umweltverantwortung gerecht werden und ökologische Ziele erreichen. Zudem gehöre der Konsum von Fischprodukten auf den Prüfstand. Nicht zuletzt müsse die Bevölkerung und die organisierte Zivilgesellschaft bei Entscheidungen beteiligt werden, so BirdLife. [jg]

Pressemitteilung BirdLife