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Bündnis von Umweltorganisationen: Staatliche Förderung von synthetischem Methan gefährdet die Dekarbonisierung der Industrie
Pressemitteilung | 29.04.2024
#Klima und Energie

Bündnis von Umweltorganisationen: Staatliche Förderung von synthetischem Methan gefährdet die Dekarbonisierung der Industrie

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© AdobeStock/Agung
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Gemeinsame Pressemitteilung der Umweltorganisationen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Naturschutzbund Deutschland (NABU), World Wildlife Fund for Nature Deutschland (WWF) und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR).

Berlin – Ein breites Bündnis von Umweltverbänden fordert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz auf, synthetic Natural Gas (sNG), also synthetisches Methan, keinesfalls mit staatlichen Geldern zu fördern, um die deutschen und internationalen Klimaziele sowie die Dekarbonisierung der Industriesektoren nicht zu gefährden. In der anstehenden Ausgestaltung der Klimaschutzverträge lobbyieren Branchenvertreter der Gaswirtschaft dafür, synthetisches Methan als grüne Technologie zu fördern. Gegen diese Entwicklungen wehrt sich das Bündnis entschieden. Mit einer etwaigen Entscheidung, synthetisches Methan beispielsweise über die Klimaschutzverträge zu fördern, wird die ökologische Glaubwürdigkeit von Förderinstrumenten in Frage gestellt und ein fatales Signal in Richtung der Industrie gesandt.

„Die bisherige Haltung der Bundesregierung, synthetisches Methan nicht über die Klimaschutzverträge zu fördern, ist richtig und sollte unbedingt beibehalten werden. Es ist energetisch und ökonomisch vollkommen ineffizient, blockiert den Wasserstoffhochlauf und ist ohne mehrfache Förderungen nicht konkurrenzfähig. Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass sich ihre Investitionen in den Infrastrukturausbau und in neue Technologien langfristig lohnen werden. Es wäre falsch, wenn Gelder für den dringend notwendigen Umbau zu einer CO2-freien Industrie jetzt wieder in fossile Geschäftsmodelle umgeleitet würden“, sagt Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring (DNR).

Die Förderung von synthetischem Methan wäre ein großes Transformationshemmnis, da sie die nötigen Investitionen und Innovationen für den Umstieg auf erneuerbare Energien bremst. Statt mit Scheinlösungen und falschen Weichenstellungen die notwendige Transformation zu gefährden, sollten für die Industrie Kreislaufwirtschaftskonzepte, wie Vermeidung und das Recycling von Produkten, entwickelt und konsequent umgesetzt werden. Treibhausgasemissionen müssen drastisch und schnellstmöglich reduziert werden, daher muss die Bundesregierung heute die richtigen wirtschaftlichen Anreize setzen.

Hintergrund:
sNG ist ein synthetisches Gas, welches dieselben Eigenschaften wie Erdgas hat, aber künstlich hergestellt wird. Im Rahmen der Diskussion um "grüne Gase" meint sNG Methan, welches aus grünem Wasserstoff und CO2 hergestellt wird.

 

Verantwortliche in den Verbänden

 

•   BUND: Ruth Krohn, Wissenschaftliche Mitarbeiterin – sozial-ökologische Industriepolitik, Tel: 0151 67596242, E-Mail: Ruth.Krohn@bund.net  
•   Nabu: Dr. Steffi Ober, Leiterin Ökonomie und Forschungspolitik, Tel: 0172 525 41 98, E-Mail: Steffi.Ober@nabu.de
•   Germanwatch: Dr. Simon Wolf, Bereichsleiter deutsche und europäische Klimapolitik, Tel: 030 57 71 328-74, E-Mail: wolf@germanwatch.org
•   DUH: Milena Pressentin, Referentin Energie & Klimaschutz, Tel: 030 2400867-927, E-Mail: pressentin@duh.de
•   WWF: Ulrike Hinz, Policy Advisor Climate and Energy, Tel: 030 311777-203, E-Mail: Ulrike.Hinz@wwf.de
•   DNR: Christina Stoldt, Referentin für deutsche und europäische Industriepolitik, Tel: 030 6781 775 94, E-Mail: christina.stoldt@dnr.de

 

 

Rückfragen und Kontakt

Christina Stoldt

Referentin für deutsche und europäische Industriepolitik

+49 (0) 306781 775 94

christina.stoldt@dnr.de

Leonie Gehrke

Koordinatorin für Presse und Kommunikation

030 6781775-78

0160 5102258

leonie.gehrke@dnr.de

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