DNR-Mitgliederversammlung fordert Schutz der Zivilgesellschaft und verlässliche Umweltpolitik

Umweltdachverband verabschiedet Zehn-Punkte-Plan für eine starke Zivilgesellschaft und begrüßt vier neue Mitglieder
Berlin - Die Mitgliederversammlung des Deutschen Naturschutzrings (DNR) hat am heutigen Freitag einstimmig einen Zehn-Punkte-Plan zur Stärkung der Zivilgesellschaft verabschiedet. Angesichts zunehmender politischer Angriffe fordert der Umweltdachverband bessere Rahmenbedingungen für demokratische Beteiligung und gesellschaftliches Engagement. Zugleich warnte DNR-Präsident Kai Niebert vor umweltpolitischen Rückschritten und mahnte eine sozial gerechte Transformation an.
In seiner Eröffnungsrede kritisierte Niebert, dass viele mühsam erkämpfte umweltpolitische Fortschritte erneut infrage gestellt würden. Die Verschiebung der Stromsteuersenkung und die Auflösung des Referats für Wind-, Solar- und Transformationsindustrien im Bundeswirtschaftsministerium seien dafür beispielhaft. Wettbewerbsfähigkeit entstehe nicht durch das Umhängen von Türschildern in Ministerien, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen und Investitionen in Zukunftstechnologien.
Entscheidend für den Erfolg der Transformation sei ihre soziale Ausgestaltung. Niebert betonte: „Wer zur Miete wohnt, entscheidet nicht über die Heizung. Wer auf dem Land keine Ladeinfrastruktur findet, wechselt nicht wegen guter Absichten das Auto. Die soziale Frage ist kein nachträglicher Zusatz zur Transformation. Sie entscheidet, ob aus technischen Möglichkeiten gesellschaftliche Zustimmung wird.“ Umwelt-, Natur- und Klimaschutz müssten wieder stärker als Grundlage für ein sicheres, gesundes und unabhängiges Leben vermittelt werden.
Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des Erhalts natürlicher Infrastruktur für unsere Lebensgrundlagen und bedankte sich ausdrücklich bei den Engagierten der 100 Mitgliedsorganisationen.
Leitantrag und Resolutionen verabschiedet
Mit ihrem Leitantrag „Zehn Punkte für eine starke Zivilgesellschaft“ setzen die DNR-Mitgliedsorganisationen ein Zeichen für Demokratie und gesellschaftliche Mitbestimmung. „Zivilgesellschaftliches Engagement ist kein Randphänomen, sondern ein zentraler Bestandteil unserer liberalen Demokratie“, heißt es darin. Bereits am Vorabend diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sport und Zivilgesellschaft bei der Veranstaltung „Umwelt.Macht.Politik“ über die Zukunft des Ehrenamts im Natur- und Umweltschutz.
Darüber hinaus befasste sich die Mitgliederversammlung mit zwei Anträgen der NaturFreunde Deutschlands zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Informationsfreiheitsgesetzes sowie zur Regulierung Künstlicher Intelligenz.
Vier neue Mitglieder stärken den Umweltdachverband
Die Mitgliederversammlung beschloss zudem die Aufnahme von vier weiteren Organisationen. Ab 2027 vereint der Umweltdachverband damit 104 Mitgliedsorganisationen. Neu aufgenommen wurden die Cradle to Cradle NGO, der Wildtierschutz Deutschland e. V., die Plant-for-the-Planet Foundation sowie GermanZero.
Den Leitantrag finden Sie hier.
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