Pressemitteilung | 26.03.2021

Mitgliederversammlung des Deutschen Naturschutzrings wählt neues Präsidium

26.03.2021

Berlin – Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) hat auf seiner heutigen Mitgliederversammlung ein neues Präsidium gewählt. Die Delegierten bestätigten dabei den bisherigen DNR-Präsidenten und Nachhaltigkeitsforscher Prof. Dr. Kai Niebert an der Spitze des Umweltdachverbands.

„Dadurch, dass die Pandemie uns in die digitalen Versammlungsräume gezwungen hat, ist uns ein gelungenes Experiment ermöglicht worden. Mit insgesamt 140 Teilnehmer:innen und 74 Delegierten war die diesjährige Mitgliederversammlung die größte in der über 70jährigen Verbandsgeschichte des DNR. Im Digitalen konnten wir auch endlich den vielen kleinen Naturschutzorganisationen, die weit vom politischen Geschäft in Berlin entfernt sind, ein gutes Forum bieten“, so Kai Niebert.

In seinem verbands- und umweltpolitischen Rückblick vor den Teilnehmer:innen und Delegierten betonte Niebert die enormen Herausforderungen, vor welche die Corona-Pandemie das haupt- und ehrenamtliche Engagement im Natur-, Umwelt- und Tierschutz im vergangenen Jahr gestellt hat. Niebert äußerte zudem deutliche Worte des Respekts vor den DNR-Mitgliedsorganisationen, die unter erschwerten Bedingungen im Pandemiejahr 2020 die Verbandsarbeit aufrechterhalten und somit für die Fortführung der umweltpolitischen Arbeit möglich gemacht hätten. „Ich bin wirklich beeindruckt von dem ungebrochenen Engagement und möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei unseren Mitgliedsorganisationen und ihren haupt- wie ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen für ihre Leistung in diesen außergewöhnlichen Zeiten bedanken“, sagte DNR-Präsident Niebert anerkennend.

Mit Blick auf die Bewältigung der Coronakrise und die bevorstehende Bundestagswahl betonte Niebert außerdem die dringende Notwendigkeit, der Klima- und Biodiversitätskrise mit der gebotenen Ernsthaftigkeit entgegenzutreten. „Die Welt und damit auch Deutschland stehen vor einem grundlegenden Wandel der bisherigen Wirtschafts- und Lebensweise, wenn sie nicht ihre Lebensgrundlage und Basis der Wertschöpfung vernichten wollen. Die 20er Jahre müssen daher zum goldenen Zeitalter für den Umwelt- und Naturschutz werden. Hierfür muss die Bundesregierung gemeinsam mit der Zivilgesellschaft einen konsequenten ökologischen, sozialen und ökonomischen Umbau vorantreiben“, mahnte Niebert.

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze bedankte sich für die Arbeit der rund 11 Millionen Menschen, die sich in den Mitgliedsorganisationen des DNR für den Natur-, Umwelt- und Tierschutz engagieren. „Ohne die kritische und konstruktive Begleitung durch den Deutschen Naturschutzring und seiner vielen Mitgliedsverbände gäbe es keine erfolgreiche Natur-, Klima- und Umweltschutzpolitik in Deutschland. Und das gilt nicht nur in Bezug auf den Rückenwind für die Umweltpolitik, sondern auch für das Engagement vor Ort, mit dem die Bürgerinnen und Bürger im Alltag erreicht werden“, sagte Schulze im Rahmen in ihrer Rede.

Die Mitgliedsorganisationen des DNR bestätigten mit großer Mehrheit Kai Niebert im Amt des DNR-Präsidenten. Als Vizepräsidenten wurden Silvie Kreibiehl (Germanwatch) und Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund) gewählt. Die Position der Schatzmeisterin hat die kommenden vier Jahre Ute Dicks (Deutscher Wanderverband) inne. Als Beisitzer*innen gewählt wurden Olaf Bandt (BUND), Christoph Heinrich (WWF Deutschland), Kerstin Haarmann (Verkehrsclub Deutschland), Adrian Johst (Naturstiftung David), Antje Kölling (Demeter) und Dr. Kerstin Reichert (Verband Deutscher Sporttaucher). Lukas Lindemann (Naturfreundejugend) ist neuer DNR-Jugendvertreter.

In einem zentralen Programmpunkt der DNR-Mitgliederversammlung wurde eine weitereichende Satzungsänderung beschlossen, mit der die Arbeits-, Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit des Umweltdachverbands auch zukünftig sichergestellt bleibt. Darüber hinaus wurden Anträge zur sozial-ökologischen Transformation in Zeiten der Corona-Pandemie, zur Unterstützung von „Frieden in Bewegung 2021“ sowie zur Einsetzung eines Nachhaltigkeitsausschusses im Deutschen Bundestag verabschiedet.

Neu in den DNR aufgenommen wurden die Deutsche Meeresstiftung, der Europäische Tier- und Naturschutz e.V., die Helversen‘sche Stiftung für Arten- und Biotopschutz, der Verein Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V., der Runde Tisch Reparatur e.V. und der Slow Food Deutschland e.V. Damit vertritt der DNR nunmehr 97 Mitgliedsorganisationen, die über 11 Millionen Menschen erreichen.

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