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Umweltorganisationen legen naturschutzpolitische Kernforderungen zur Bundestagswahl vor
Pressemitteilung | 22.06.2021
#Biodiversität und Naturschutz

Umweltorganisationen legen naturschutzpolitische Kernforderungen zur Bundestagswahl vor

Stopp der Biodiversitätskrise muss höchste Priorität haben

Berlin –  Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl am 26. September haben insgesamt 27 Naturschutz- und Umweltorganisationen ihre zentralen naturschutzpolitischen Forderungen für die kommende Legislaturperiode vorgestellt.

„Angesichts des sechsten Massensterbens auf der Erde ist eine ambitionierte Naturschutzpolitik überfällig und muss höchste Priorität erhalten. Naturschutz sichert unsere Lebensgrundlagen und dient der Zukunft des menschlichen Zusammenlebens. Die bisherigen Anstrengungen reichen bei Weitem nicht aus, um die Biodiversitätskrise zu stoppen. Wir fordern daher eine Investitionsoffensive für den Naturschutz mit mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr für Bund, Länder und Kommunen, um die Vollzugsdefizite endlich abzubauen“,
so die Umweltorganisationen.

Mit den geforderten Investitionen in den Naturschutz würde die Attraktivität insbesondere der ländlichen Regionen gesteigert, was sich positiv auf die lokale Wirtschaft auswirken könne. Die Investitionen würden außerdem zur Sicherung bzw. Wiederherstellung von Ökosystemleistungen wie Bestäubung, Grundwasseranreicherung, Hochwasserschutz und Kohlenstoffspeicherung beitragen, die ein Mehrfaches an volkswirtschaftlichem Wert darstellen.

Zu den zentralen Forderungen der Naturschutz- und Umweltorganisationen gehört außerdem eine Qualitätsoffensive für bestehende Schutzgebiete an Land sowie in Nord- und Ostsee, um die europaweiten Ziele zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Natur und Ökosystemen zu erreichen. Hierfür bedürfe es neben einer ausreichenden finanziellen Ausstattung auch mehr Personal in den Naturschutzverwaltungen, zumal diese oft den Engpass bei Zulassungsverfahren insbesondere für erneuerbare Energien bilden. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass gesunde Ökosysteme nicht nur notwendig für die biologische Vielfalt und die Anpassung an den Klimawandel seien, sondern zentral für die Gesundheit der Menschen.

„Wo Schutzgebiet draufsteht, sollte zukünftig auch wirksamer Naturschutz drin sein. Der bisherige Einsatz von Pestiziden selbst in Naturschutzgebieten zeigt, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit oft noch Welten klaffen. Auf ein zielführendes Ordnungsrecht für eine naturverträgliche Bewirtschaftung müssen attraktive, dauerhafte Förderprogramme aufbauen, mit denen sich Natur- und Klimaschutz für Landnutzerinnen und Landnutzer lohnt“,
so die Umweltorganisationen.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels müsse die zukünftige Bundesregierung insbesondere auch dem Wasserrückhalt in der Landschaft mehr Aufmerksamkeit schenken. Es seien alle Möglichkeiten zu nutzen, um wirksame Anreize für angepasste Bewirtschaftungsformen zu setzen. Der Naturschutz und naturverträgliche Landnutzungsformen können als naturbasierte Lösungen ihren Beitrag zum Klimaschutz und zur Abmilderung der Folgen der Klimakrise leisten. Im Rahmen einer Renaturierungsoffensive sollten daher vor allem langfristig angelegte Maßnahmen gefördert werden, bei denen sich Synergien von Natur- und Klimaschutz ergeben.

„Das aktuelle Jahrzehnt muss eine Dekade für den Erhalt, die Sicherung und die Wiederherstellung der Biodiversität werden. Wir fordern alle Parteien zur Bundestagswahl auf, den Natur- und Klimaschutz zur Richtschnur ihres Handelns und einer ambitionierten Zukunftsagenda zu machen sowie einen grundlegenden Wandel unseres Wirtschaftens einzuleiten“, so die Umweltorganisationen.

Kontakt für Rückfragen

Svenja Schünemann

Referentin für Naturschutz und Agrarpolitik

030 6781775-912

svenja.schuenemann@dnr.de

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