Diese fossile Brennstoffkrise sollte die letzte in Europa sein!

189 Organisationen aus ganz Europa fordern ein Ende der fossilen Ära. Die Europäische Kommission müsse „einen unabhängigen, wissenschaftlich fundierten Fahrplan für einen endgültigen Ausstieg aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen“ entwickeln.
Zu den Unterzeichnern eines gemeinsamen Briefes gehören neben dem Deutschen Naturschutzring viele weitere Umwelt- und Sozialorganisationen sowie Netzwerke der Zivilgesellschaft, Städte und Kommunen, Verbraucherschutzorganisationen plus Unternehmen und Branchenverbände. Der Brief erscheint kurz vor der traditionellen jährlichen Rede der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über die Lage Europas (SOTEU 2026) im September.
Nach einem Sommer voller tödlicher Hitzewellen zahle die europäische Bevölkerung – so heißt es im Brief – doppelt für die anhaltende Abhängigkeit der EU von fossilen Brennstoffen:
Erstens durch höhere Energiekosten: Die zweite Krise im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen innerhalb von nur vier Jahren habe die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen um mehr als 50 Milliarden Euro in die Höhe getrieben.
Zweitens durch menschliche und wirtschaftliche Folgen der Klimakrise: Aufeinanderfolgende Hitzewellen seit Mai hätten auf dem gesamten Kontinent Rekordtemperaturen, verheerende Waldbrände und schwere Dürren verursacht, wobei allein die Hitzewelle im Juni schätzungsweise mindestens 14.000 Menschenleben in Europa gefordert habe.
Nichts davon ist Zufall: Abhängigkeit ist eine Entscheidung
Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen gefährde immer wieder den Wohlstand Europas und seine Handlungsfähigkeit in der Welt. Solange Europa auf fossile Brennstoffe angewiesen sei, blieben seine Bürgerinnen und Bürger Preisschocks und geopolitischen Entscheidungen ausgesetzt, die anderswo getroffen werden. Die Organisationen fordern von der Leyen daher nachdrücklich auf, in ihrer SOTEU-Rede die Veröffentlichung eines umfassenden, wissenschaftlich fundierten und unabhängigen Berichts anzukündigen, der ein klares Ziel verfolgt: diese Krise im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen zur letzten in Europa zu machen.
Entstehen sollte dieser Bericht aus Sicht der 189 Organisationen unter der Leitung einer angesehenen, unabhängigen Persönlichkeit und in Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Sozialpartnern und der Wirtschaft. Es gehe „um eine gemeinsame strategische Vision“ für von der Leyens verbleibende Amtszeit. Der Plan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen müsse auf fünf Prioritäten basieren:
- Gesamtanalyse der wirtschaftlichen und finanziellen Belastung durch die Abhängigkeit von Fossilen;
- den schnellsten wettbewerbsfähigen Ausstieg planen;
- jeden Euro auf den Ausstieg ausrichten;
- niemanden zurücklassen und einen sozialverträglichen Umbau forcieren;
- die Natur zu unserem Verbündeten und zur ersten Verteidigungslinie im Klimaschutz machen.
Die SOTEU-Rede sei die Gelegenheit, die Krise zu einem Wendepunkt zu machen und mit der Dringlichkeit zu reagieren, die die Situation erfordert. Europa brauche ein Energiesystem, das in Eigenproduktion funktioniert sowie bezahlbar, erneuerbar und sicher ist.
Open Letter to President von der Leyen
Der Brief wird unter anderem getragen von vielen europäischen Organisationen, darunter dem Europäischen Umweltbüro (EEB), dem Klimaaktionsnetzwerk CAN Europe, BirdLife, Transport and Environment, Greenpeace EU, Naturfreunde Internationale und ClientEarth, aber auch Industrievereinigungen sind dabei.
Auch aus vielen europäischen Mitgliedstaaten kommt Unterstützung. Aus Deutschland beispielsweise:
- Deutscher Naturschutzring
- Deutsche Umwelthilfe
- Environmental Justice Foundation Germany
- Germanwatch
- Greenpeace Deutschland
- Klima-Allianz
- NABU


