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Gesetzesentwurf zu neuen Gentechniken ablehnen!
Publikation | 13.01.2026
#EU-Umweltpolitik #Landwirtschaft und Gentechnik

Gesetzesentwurf zu neuen Gentechniken ablehnen!

Blick auf Feldanbau, teil sind Pfänzchen, teil Reagengläser zu sehen, Hände in Laborhandschuhen bearbeiten den Boden
© AdobeStock / Iuliia Metkalova (KI generiert)
Grüne Gentechnik mit neuen gentechnischen Verfahren - ein großer Freilandversuch?

45 Verbände aus Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Lebensmittelerzeugung, Imkerei, Züchtung, Umwelt-, Natur-, Tier- und Klimaschutz sowie Entwicklungszusammenarbeit fordern einen Stopp der Gentechnik-Deregulierung. Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring unterstützt die Resolution zur Grünen Woche 2026 und fordert die Ablehnung des EU-Gesetzesentwurfs zu neuen Gentechniken. 

Das Bündnis fordert in dem Schreiben an alle verantwortlichen Politiker*innen im Bundestag sowie in den Landtagen und im Europaparlament, dem Gesetzesvorschlag für eine künftige Deregulierung sogenannter Neuer Genomischer Techniken (NGT) wie CRISPR/Cas nicht zuzustimmen. Die vorgeschlagene Deregulierung sieht unter anderem vor, bestimmte NGT-Pflanzen ähnlich wie konventionelle zu behandeln. Die Organisationen fordern die Ablehnung dieses Gesetzesentwurfs und verlangen weiterhin Kennzeichnungspflicht, Risikobewertung und Transparenz für alle Gentechnikverfahren, um Verbraucher- und Wahlfreiheit zu sichern und umwelt- sowie gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Wahlfreiheit, Transparenz und Schutz gentechnikfreier Lebensmittel – vom Saatgut bis zum Teller

Nach Ansicht des Bündnisses gefährdet der Entwurf zentrale Grundpfeiler des europäischen Gentechnikrechts: das Vorsorgeprinzip, die verpflichtende Risikoprüfung, Transparenz sowie die Wahlfreiheit von Verbraucher*innen und Marktakteuren. Auch neue Gentechniken wie CRISPR/Cas sind Gentechnik und müssen weiterhin klar geregelt, überprüfbar und entlang der gesamten Wertschöpfungskette gekennzeichnet bleiben.

Wir fordern alle verantwortlichen Politiker*innen in Deutschland und im
Europaparlament auf, dem ausgehandelten Gesetzesvorschlag für eine künftige Gentechnik-Deregulierung nicht zuzustimmen.

Zentrale Forderungen der Zivilgesellschaft seien im Gesetzesvorschlag nicht berücksichtigt. Dazu gehörten unter anderem eine Risikoprüfung für alle Pflanzen aus neuer Gentechnik, eine Kennzeichnung entlang der gesamten Lebensmittelkette, Entscheidungsfreiheit und Transparenz, Verpflichtende EU-weit einheitliche Koexistenz- und Haftungsregeln, Monitoring und Rückholbarkeit, ein globales, öffentlich zugängliches Register sowie ein Verbot von Patenten und die Entwicklung von Nachweisverfahren. Deutschland müsse alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft weiter zu ermöglichen, die Umwelt zu schützen und Transparenz für Verbraucher*innen zu gewährleisten.

Auf europäischer Ebene wurde in den letzten Monaten in rasantem Tempo ein Gesetzesvorschlag ausgehandelt (EU-News 04.12.2025), wobei die Forderungen des EU-Parlaments nach einer Kennzeichnung und einem Verbot von Patenten nicht aufgegriffen wurden. Das Plenum muss dem Vorschlag aber noch final zustimmen.

Geht es nach den Unterstützerorganisationen für die Resolution, müssen die politischen Vertreter*innen den Vorschlag ablehnen. 

Verbände-Resolution zur Grünen Woche 2026: NGT-Gesetzentwurf ablehnen!

2025-01-ngt-resolution_gw2026.pdf (3 MB)


Unterzeichnende Organisationen: 

  • Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e. V.
  • Aurelia Stiftung
  • Aktion 3. Welt Saar e. V.
  • Biokreis e. V.
  • Bioland e. V.
  • BNN.next
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e. V.
  • Bund Naturschutz in Bayern (BN) e. V.
  • Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e. V.
  • Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg
  • Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) e. V.
  • Bündnis für eine agrogentechnikfreie Region (um) Ulm gegen BAYER-Gefahren (CBG) e. V.
  • De Immen e. V.
  • Demeter e. V.
  • Deutscher Berufs- und Erwerbs-Imker Bund (DBIB) e. V.
  • Deutscher Naturschutzring e. V
  • Deutscher Tierschutzbund e. V.
  • Deutsche Umwelthilfe e. V.
  • Die Freien Bäcker e. V.
  • Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau
  • Berlin-Brandenburg (FÖL) e. V.
  • Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) e. V.
  • Gen-ethisches Netzwerk e. V.
  • Greenpeace e. V.
  • Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut)
  • Interessengemeinschaft gegen Nachbaugebühren, IG Nachbau (IGN)
  • Junges Bioland e. V.
  • Junges Demeter
  • junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL) e. V.
  • Katholische Landvolkbewegung Deutschland
  • Junger Biokreis
  • Naturland – Verband für ökologischen Landbau e. V.
  • Naturland Next Farmers
  • Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e. V.
  • Neuer Imkerbund (NIB) e. V.
  • Neuland e. V.
  • Save Our Seeds
  • Slow Food Youth
  • Slow Food Deutschland e. V.
  • Stiftung GEKKO
  • Umweltinstitut München e. V.
  • Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) e. V.
  • Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) e. V.
  • Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL) e. V
  • Yeşil Çember – ökologisch interkulturell gGmbH
  • Zukunftsstiftung Landwirtschaft

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