Steckbrief (aktualisiert): LULUCF – Klimarettung durch natürliche CO2-Senken?

Die EU hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2030 mindestens 55 Prozent ihrer klimaschädlichen Treibhausgase im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren, um 2050 klimaneutral zu werden. Dabei ist der Themenkomplex Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft - kurz LULUCF (Land Use, Land Use change and Forestry) wichtiger denn je.

Denn die Rolle von Landnutzung und natürlichen Senken ist mitentscheidend, um das Ziel der Klimaneutralität zu ermöglichen. Gleichzeitig steht der Sektor durch den fortschreitenden Klimawandel und intensivierte Nutzung zunehmend unter Druck und beinhaltet selbst einige starke Quellen von Treibhausgasen.

Der Europäische Rat hat im Dezember 2020 entschieden, den LULUCF-Sektor trotz unzuverlässiger Berechnungsgrundlagen in das Nettoziel von 55 Prozent für 2030 einzubeziehen.

Mitte Juli 2021 hat die EU-Kommission als Teil des Klimapakets unter der Überschrift „Nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Ressourcen“ ihre Vorschläge für die veränderte LULUCF-Verordnung vorgelegt. Der Steckbrief fasst die vorgeschlagenen Änderungen zusammen und erklärt die nächsten Schritte.

Er bietet zudem einen kompakten Überblick über den LULUCF-Sektor und geht der Frage nach, warum es keine gute Idee ist, LULUCF auf die EU-Klimaziele anzurechnen. Denn Wälder, Ackerland, Grünland, Moore und Feuchtgebiete sowie Siedlungen sind nicht immer und überall natürliche CO2-Senken. Ebenso geht der Steckbrief auf Forderungen von Klima- und Umweltorganisationen ein, die sich sowohl an die EU-Institutionen als auch an Deutschland richten.