Broschüre: Bundesberggesetz

Von wegen rohstoffarmes Land! Rund drei Viertel der in Deutschland benötigten mineralischen Rohstoffe kommen aus heimischen Lagerstätten. Bei Braunkohle, Stein- und Kalisalz, Kalkstein, Gips und Schwefel ist Deutschland Selbstversorger. Der Gewinnung von Bodenschätzen kommt in Deutschland also eine große wirtschaftliche Bedeutung zu. Den Rechtsrahmen für Aufsuchung und Abbau von Rohstoffen setzt in Deutschland seit 1982 das Bundesberggesetz (BBergG), das der Rohstoffgewinnung einen besonderen Vorrang vor allen anderen Interessen einräumt.


Das BBergG ist also kein Umweltrecht im klassischen Sinn – aber es muss ohne Frage als Wirtschaftsrecht mit erheblichen Umweltwirkungen bezeichnet werden. Der Abbau von Bodenressourcen ist nicht nur ein Eingriff in das Boden- und Gesteinsgefüge, sondern führt auch zur Zerstörung gewachsener Kulturlandschaften und zum teils dauerhaften Verlust natürlicher Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Der Deutsche Naturschutzring macht sich für eine längst überfällige Reform des Bundesberggesetzes stark – und das mit guten Gründen.