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Dürreperiode: Für 11 Prozent der EU-Fläche gilt derzeit die höchste Alarmstufe
EU-News | 21.07.2022
#Bodenschutz #Klima und Energie #Landwirtschaft und Gentechnik #Wald

Dürreperiode: Für 11 Prozent der EU-Fläche gilt derzeit die höchste Alarmstufe

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c. pixabay

Der neueste Dürrebericht der EU-Kommission verdeutlicht das Ausmaß der Klimakrise. Eine Hitzewelle zieht über Europa. Die EU mobilisiert Katastrophenschutz.

Aus dem aktuellen Bericht der gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission geht hervor, dass für weite Teile der EU derzeit eine Dürre-Warnstufe für 46 Prozent der Fläche oder eine Dürre-Alarmstufe für 11 Prozent Fläche gilt.

Der Klimawandel erhöhe das Risiko für schwere Dürren und Waldbrände in der ganzen Welt, so Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend. Insbesondere Frankreich, Rumänien, Spanien, Portugal und Italien werden mit niedrigeren Ernteerträgen als Folge von Dürren zurechtkommen müssen, heißt es in dem Bericht. Darüber hinaus habe die Dürre und die damit einhergehende verringerte Menge an gespeichertem Wasser auch schwerwiegende Auswirkungen auf den Energiesektor. Die Dürre beeinflusse sowohl für die Wasserkraftnutzung als auch die Kühlsysteme anderer Kraftwerke, heißt es in dem Bericht. Der Nachrichtendienst PR Online berichtete, dass in Frankreich auf Grund der derzeitigen Dürre bereits Atomkraftwerke gedrosselt wurden. Momentan seien insgesamt sechs Atomkraftwerke unter erhöhter Aufsicht, bei denen es in künftigen Hitzeperioden zu Problemen kommen könnte. Die Flüsse Rhone und die Gironade führten so wenig Wasser, dass das warme Kühlwasser der Atomkraftwerke, welches in die Flüsse abgeleitet wird, diese zu sehr aufheize, berichtet der Nachrichtendienst.

Die Hitzewelle über weiten Teilen West- und Südeuropas hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Waldbrände entfacht. Nach Angaben von Graca Freitas, Chefin der portugiesischen Gesundheitsbehörde, seien in Portugal bis zum 18. Juli bereits 1.063 Menschen an den Folgen der derzeitigen Hitzewelle gestorben. In Italien wurde bereits für fünf Regionen der Dürre-Notstand ausgerufen. Auch in England werden Hitzerekorde verzeichnet.

Um die derzeitigen Waldbrände zu bekämpfen, mobilisiert die EU über das Katastrophenschutzverfahren Hilfe. Löschflugzeuge aus der sogenannten rescEU-Flotte wurden in den letzten Tagen nach Slowenien und Frankreich entsendet. Der Copernicus-Satellitendienst wurde aktiviert, um die französischen Behörden bei der Überwachung der Waldbrände im Südwesten des Landes zu unterstützen. [lw]

EU-Kommission: Dürre in Europa
Tagesschau: Mehr als 1000 Hitzetote in Portugal

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