Naturschutz & Biodiversität

Mehrheit der EU-Bürger*innen will schärfere Waldschutzgesetze

24.05.2019

"Die VerbraucherInnen wollen keine Komplizen beim Abholzen der Wälder mehr sein" - das ist ein Fazit der Umweltverbände, die eine Umfrage zum Waldschutz in Auftrag gegeben haben, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden. 87 Prozent der Befragten aus 25 EU-Ländern befürworten Gesetze zum Schutz der Wälder. Neun von zehn Befragten sagten, ihnen lägen die Wälder sehr am Herzen und dass Abholzung schädlich für Menschen und Tierwelt sei.

Die Mehrheit der über 20.000 befragten EU-BürgerInnen meint, dass weder ihre nationalen Regierungen (69 Prozent) noch die EU (61 Prozent) genug tun, um die globale Entwaldung zu bekämpfen. Zwar seien einige Regierungen schon aktiv in dieser Richtung, die Lösung müsse aber eine EU-weite Regelung sein, damit global operierende Unternehmen nicht in andere EU-Länder ausweichen könnten, schlussfolgerten die Umweltverbände, die die Umfrage in Auftrag gegeben hatten.

Die EU hat sich das Ziel gesetzt, die weltweite Entwaldung bis 2020 zu stoppen. Ein von der EU-Kommission angekündigter Aktionsplan stehe noch aus. Außerdem sei unklar, ob dieser auch neue Gesetze umfassen wird. Nichtregierungsorganisationen und auch das EU-Parlament fordern seit Langem, dass es neue Regulierungsmaßnahmen geben muss, um sicherzustellen, dass Produkte, die auf den EU-Markt gebracht werden, keine Entwaldung oder Verletzung der Menschenrechte verursacht haben. In ähnlicher Weise sollten neue Gesetze den EU-Finanzsektor davon abhalten, die globale Entwaldung zu befördern.

Die Umfrage, die einen Tag vor dem internationalen Biodiversitätstag am 22. Mai veröffentlicht wurde, hatten die Umweltforschungsagentur, FERN, Greenpeace und der WWF in Auftrag gegeben.

Bei der Bekämpfung von Waldbränden will die EU in Zukunft besser mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten: Im Rahmen des gemeinsamen Systems zur Bewältigung von Naturkatastrophen (rescEU) hat die EU-Kommission am Dienstag die erste Flotte von Löschluftfahrzeugen vorgestellt. Vorerst stünden sieben Löschflugzeuge und sechs Löschhubschrauber zur Verfügung. Der Bestand soll in Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Mitgliedstaaten weiter aufgestockt werden.

Im Hitzejahr 2018 hatte es durch Waldbrände, Überschwemmungen, Stürme und Erdbeben mehr als 100 Todesopfer gegeben. Deshalb will die EU-Kommission "zur Vorbereitung auf die Waldbrandsaison" auch das EU-Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen mit Unterstützung nationaler ExpertInnen aufstocken. [jg]

Pressemitteilung Greenpeace

YouGov-Umfrageergebnisse

EU-Kommission zu rescEU