Klima & Energie

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Nord Stream 2

06.08.2020

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht die verheerenden Klimaauswirkungen von Erdgas in der Betriebsgenehmigung für die Gaspipeline Nord Stream nicht ausreichend berücksichtigt. Sie hat deshalb in dieser Woche Klage beim Oberverwaltungsgericht Greifswald eingereicht.

Die Anfang 2018 durchgeführte Umweltverträglichkeitsprüfung für die Pipeline sei unvollständig und berücksichtige neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Klimabilanz von Erdgas nicht, so die DUH. Um die Klima-Auswirkungen von Nord Stream 2 tatsächlich bewerten zu können, müsse auch das Austreten von Methan „aus Förderung, Transport und Verarbeitung des Erdgases“ einbezogen werden. Methan, Hauptbestandteil von Erdgas, sei bis zu 86-mal so klimaschädlich wie CO2. Trete es im Zusammenhang mit der Förderung über Nord Stream 2 aus, verschlechtere sich die Klimabilanz des Projekts deutlich. Da das gesamte Ausmaß der Umweltschäden derzeit nicht abschließend bewertet werden könne und in diesem Fall das im Europarecht festgeschriebene Vorsorgeprinzip zur Geltung kommen würde, forderte die DUH zudem, die Frage dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen. Bis zum Abschluss des Verfahrens sei der Bau an der Pipeline auszusetzen.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klima bei der DUH, sieht im Bau der Pipeline „eine Wette gegen die Klimaziele.“ „Die Pipeline zementiert trotz fortschreitender Klimakrise für Jahrzehnte den Import von klimaschädlichem Erdgas nach Deutschland. Wir sind uns sicher, dass Nord Stream 2 mit den mittlerweile vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht genehmigt worden wäre“, so Zerger. [km]

Pressemitteilung der DUH