Verkehr

Studie: Europa hat 2019 über 60 Milliarden in E-Mobilität investiert

26.05.2020

c. pixabay

Die verkehrskritische Organisation Transport and Environment (T&E) hat die Investitionen in Produktion von Elektrofahrzeugen und Batterien im letzten Jahr untersucht und fordert nun, die Corona-Konjunkturprogramme an grüne Ziele zu koppeln. Angetrieben von CO2-Zielen in der EU hätten Industrie und Regierungen in Europa 3,5-mal mehr Gelder zugesagt als in China - dies gelte es zu nutzen, um "mit einer gesünderen, umweltfreundlicheren Wirtschaft" aus der Krise hervorzugehen, die  Elektro- und Elektrofahrzeuge stärke und zudem Tausende von Arbeitsplätzen schaffe.

Die EU- und nationale Post-Covid-Beihilfen für die angeschlagene Automobilindustrie sollten auf diesen Investitionen aufbauen und eine umweltfreundliche Wirtschaftserholung unterstützen. Beispielsweise sollten sie der Produktion von Elektrofahrzeugen sowie Kaufanreizen zur Steigerung des Absatzes emissionsfreier Autos, insbesondere in Unternehmens-, Taxi- und Carsharing-Flotten, Priorität einräumen. Kreditgarantien und Liquiditätsunterstützung sollten für Hersteller fließen, die Elektrofahrzeuge priorisieren. Wenn Abwrackprogramme und Kaufanreize eingeführt würden, sollten diese insbesondere in städtischen, öffentlichen und privaten Flotten zugutekommen, um den Verkauf von Elektrofahrzeugen anzukurbeln. Öffentliche Gelder sollten Einzelpersonen und Unternehmen helfen, Ladeinfrastrukturen zu installieren.

Der Anstieg der Elektro-Investitionen habe zu einem boomenden Elektroautomarkt geführt und sollte nach Meinung von T&E eine Art Herzstück europäischer Industriepolitik sein. Im ersten Quartal 2020 entfielen sieben Prozent des Umsatzes auf Elektrofahrzeuge. Damit Europa bei der E-Mobilität führend sein kann, sollten die EU-Gesetzgeber auch den Übergang zu emissionsfreien Autos beschleunigen, indem sie die CO2-Ziele der EU für 2030 im nächsten Jahr nach oben korrigieren. T&E sagte, die EU solle sicherstellen, dass spätestens ab 2035 europaweit nur emissionsfreie Modelle verkauft werden dürfen. Die Coronapandemie habe menschliche Tragödien und wirtschaftliche Turbulenzen angerichtet. Aber die EU und die Regierungen könnten den Aufschwung nutzen, um mit einer gesünderen, umweltfreundlicheren Wirtschaft hervorzugehen.

Laut T&E führe Deutschland mit 40 Milliarden Euro Investitionen vor allem vom Volkswagen Konzern und Tesla, das ein Werk in Berlin ankündigte. Die Tschechische Republik will 6,6 Milliarden Euro investieren, auch dank VW, das bis 2029 weltweit 75 vollelektrische Modelle produzieren will. Italien hat sich im vergangenen Jahr 1,75 Milliarden Euro an Investitionen in Elektrofahrzeuge von Fiat gesichert, während Frankreich, Schweden und das Vereinigte Königreich jeweils rund 1 Milliarden Euro von den Automobilherstellern erhalten haben. Spanien erhielt fast 300 Millionen Euro von Opel, und Kroatien 80 Millionen Euro von Hyundai und Kia. [jg]

Pressemitteilung T&E (mit vielen Grafiken)