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Krise in der Schweinehaltung: Tierschutz darf nicht verschoben werden
Pressemitteilung | 17.09.2026
#Biodiversität und Naturschutz #Landwirtschaft und Gentechnik #Tierschutz

Krise in der Schweinehaltung: Tierschutz darf nicht verschoben werden

Tierschutzverbände fordern von Bund und Ländern, die Übergangsfristen beim Kastenstand einzuhalten und der Schweinehaltung eine klare Perspektive zu geben

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© Foto: Pixabay

Berlin - Vor der Agrarministerkonferenz nächste Woche (23. bis 25.09.) ruft der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) gemeinsam mit sieben Organisationen in einem offenen Brief Bundesminister Alois Rainer sowie die  Agrarminister*innen der Länder dazu auf, das Tierleid in der Schweinehaltung nicht zu verlängern. Die seit 2021 geltenden Übergangsfristen für die Kastenstandhaltung müssen bleiben. Ab 2036 dürfen Sauen im Abferkelbereich nur noch maximal fünf Tage statt bisher bis zu 35 Tage fixiert werden. Im Deckzentrum sollen sie ab 2029 in Gruppen mit mindestens fünf Quadratmetern Platz pro Tier leben.  

„Die Fristen sind bereits ein Kompromiss zulasten der Tiere. Viele Betriebe haben sich darauf eingestellt. Wer jetzt die Vorgaben aufweicht, verschiebt nicht nur das Tierleid, sondern gefährdet auch die Zukunft der Branche. Die Betriebe brauchen Verlässlichkeit, keine ständigen Kurswechsel“, so DNR-Geschäftsführer Florian Schöne. 

Beim Runden Tisch zur Lage der Schweinehaltung im August forderten einige Länder eine Fristverlängerung – ein Thema, das auch die Agrarministerkonferenz beschäftigen wird. Doch jede Verzögerung benachteiligt Betriebe, die sich bereits auf neue Vorgaben eingestellt haben, und verlängert das Leid der Tiere. 

Die Krise der Schweinehaltung liegt nicht an strengen Tierschutzauflagen, sondern an einem europäischen Überangebot und internationalem Preisdruck, betonen die Verbände. Finanzielle Hilfen sind sinnvoll, müssen aber den Umbau der Tierhaltung fördern und langfristig Planungssicherheit schaffen. 

Der offene Brief fordert: 

  • Übergangsfristen einhalten - Keine Aufweichung der Vorgaben zur Kastenstandhaltung. 
  • Empfehlungen umsetzen: Die Vorschläge der Zukunftskommission Landwirtschaft für eine nachhaltige Tierhaltung liegen seit Jahren vor. 
  • Förderung fortsetzen: Das Bundesprogramm „Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung“ muss weiterlaufen. Die hohe Zahl von 956 Anträgen bis Ende August zeigt das Interesse der Landwirtschaft. Ein Stopp der Förderung wäre das falsche Signal.  
  • EU-Standards erhöhen: Deutschland muss sich auf EU-Ebene für verbindliche, höhere Tierschutzstandards einsetzen. Ankündigungen die Kastenstandhaltung einzuschränken, müssen in konkrete Maßnahmen münden. 
  • Pflanzliche Ernährung fördern: Weniger, aber bewusster Fleischkonsum reduziert Tierleid, schont Klima und Grundwasser. Ernährungsumgebungen sollten dies erleichtern. 

Unterzeichnende Organisationen des offenen Briefs: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V., Deutscher Tierschutzbund e. V., Menschen für Tierrechte e. V., PROVIEH e. V., VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz 

Zum offenen Brief geht es  hier.

Kontakt für Rückfragen

Cäcilia Hagenow

Referentin für Tierschutz und Agrarpolitik

030 6781775-928

caecilia.hagenow@dnr.de

Daniel Hufeisen

Koordinator für Presse und Kommunikation

030 6781775-78

0151 70439974

daniel.hufeisen@dnr.de

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