Pressestatement | 24.08.2020

Anlässlich der heute veröffentlichten Studie der Agora Energiewende

24.08.2020

Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring kommentiert:

Berlin - „Mit der heute veröffentlichten Studie der Agora Energiewende sind die Ausreden endgültig vom Tisch: Ein EU-Klimaziel von 55 Prozent CO2 bis 2030 ist ein wichtiger und vor allem ein machbarer Schritt in Richtung Klimarettung. Dabei wird deutlich: Alle Sektoren und alle Mitgliedstaaten müssen liefern und zwar rechtlich verbindlich. Auch radikalen Marktverfechtern erteilt die Studie eine klare Absage: Auch eine Stärkung von Ordnungsrecht ist zentral auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Doch schon jetzt ist klar: Selbst eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 ist klimapolitisch nicht mehr als ein Zwischenschritt, um die Klimakrise einzudämmen. Die dramatischen Auswirkungen der globalen Temperaturerhöhung und der Zunahme von Extremereignissen sind nicht nur im globalen Süden, sondern auch bei uns in Europa immer deutlicher zu spüren. Neben den verheerenden Folgen für die menschliche Gesundheit, Natur und Infrastruktur sind die volkswirtschaftlichen Schäden schon jetzt enorm und werden zukünftig weiter zunehmen, wenn von politischer Seite nicht endlich entschieden gehandelt wird. Daher ist es notwendig, dass die EU-Kommission sich für ein klimawissenschaftlich fundiertes Reduktionsziel von mindestens 65 Prozent einsetzt.

Deutlich wird in der Studie außerdem, dass das europäische Solidarprojekt in der Bekämpfung der Klimakrise genauso greifen muss, wie es das in anderen Krisen auch tut. Ärmere Mitgliedstaaten müssen sich der Solidarität ihrer Nachbarn sicher sein können, damit sie sich zur Transformation verpflichten können. Deutschland ist als derzeitige EU-Ratspräsidentschaft hier besonders in der Pflicht, eine zügige Einigung und damit eine erfolgreiche Umsetzung des Green Deal voranzutreiben.“




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