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Aktionsplan Elektrifizierung: Entscheidender erster Schritt
EU-News | 24.07.2026
#Klima und Energie #Wirtschaft

Aktionsplan Elektrifizierung: Entscheidender erster Schritt

Stecker und Steckerkabel
© AdobeStock_1727642900
Ein Elektrifizierungsziel allein reicht nicht. Es werden auch ehrgeizige Erneuerbare-Energien-Ziele und Energieeffizienz-Ziele gebraucht

Der Aktionsplan Elektrifizierung wurde am 17. Juli von der EU-Kommission vorgestellt. Umweltorganisationen freuen sich, dass mehr Schwung in das Thema Elektrifizierung kommt. Gleichzeitig machen sie klar: Erfolgreiche Elektrifizierung funktioniert nur mit einem Ausbau erneuerbarer Energien. 

Er soll pro Jahr 260 Milliarden Euro sparen, die sonst für den Import fossiler Brennstoffe ausgegeben worden wären: Das verspricht die EU-Kommission für ihren am 17. Juli vorgestellten Aktionsplan Elektrifizierung (Electrification Action Plan). In dem Plan stellt die EU-Kommission Maßnahmen vor, um die europäische Elektrifizierung voranzubringen und Barrieren zu überwinden, die dafür sorgen, dass die Elektrifizierungsrate seit einem Jahrzehnt bei 22 bis 23 Prozent stagniert. 

Als Hindernisse für die Elektrifizierung identifiziert die EU-Kommission unter anderem die hohen Kosten von Strom im Vergleich zu fossiler Energie, hohe Investitionskosten für Elektrifizierung und fehlende Infrastruktur. Im Zentrum des Plans stehen die Sektoren Verkehr, Gebäude und Industrie, in denen der größte Elektrifizierungsbedarf herrscht. 

Eine der größten Barrieren geht die EU-Kommission direkt mit dem gleichzeitig veröffentlichten Vorschlag für zukunftssichere Stromrechnungen an: Der sieht vor, dass Strom nicht mehr stärker besteuert werden darf als Gas. Dieser Vorschlag könnte viel Wirkung haben, denn aktuell kostet Strom in vielen EU-Mitgliedstaaten deutlich mehr als fossile Energieträger. 

46 Prozent Elektrifizierung bis 2040 sind nicht genug 

Ein Herzstück des Aktionsplans: Die Ankündigung eines Elektrifizierungsziels von 46 Prozent bis 2040. Allerdings soll dieses Ziel nur indikativ sein, das heißt nicht verbindlich. Auch kündigt die EU-Kommission bisher nur an, dass dieses Ziel Teil der Folgenabschätzung für das Energiepaket für die Zeit nach 2030 sein soll. Ob es dann auch wirklich Teil des Gesetzes wird, bleibt abzuwarten. Der Vorschlag dafür wird Ende des Jahres erwartet. 

Das vorgeschlagene Ziel bewertet Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings, als „nicht ausreichend“ und fordert die Bundesregierung auf, sich für eine EU-Elektrifizierungsquote von mindestens 60 Prozent bis 2040 einzusetzen. 

Das Ziel bleibt auch hinter dem eigenen Impact Assessment der Europäischen Kommission zurück, das von 50-51 Prozent Elektrifizierung bis 2040 ausgeht, um das vereinbarte EU-Klimaziel für das kommende Jahrzehnt zu erreichen. 

Grundsätzliche Unterstützung von Umweltorganisationen 

Insgesamt sind die Reaktionen von Umweltorganisationen und Think Tanks auf den Aktionsplan Elektrifizierung eher positiv.  

Das Europabüro des WWF sieht „Hoffnungsschimmer“ in dem Aktionsplan und begrüßt das Bestreben, sauberen Strom wettbewerbsfähig zu machen und Subventionen für fossile Brennstoffe auslaufen zu lassen, die den Markt zugunsten umweltschädlicher Energiequellen verzerren. 

Neil Makaroff, Direktor des Think Tanks Strategic Perspectives, nennt den Plan einen entscheidenden ersten Schritt, um die Abhängigkeit von globalen Gas- und Ölmärkten zu verringern. 

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) betont, dass Elektrifizierung zentral für die europäische Resilienz und Unabhängigkeit ist. 

Elektrifizierung braucht Erneuerbare Energien und Energieeffizienz 

Klar ist aber auch: Ein Elektrifizierungsziel allein ist nur die halbe Miete. 

Der WWF macht deutlich, dass ein Elektrifizierungsziel durch ehrgeizige Erneuerbare-Energien-Ziele und Energieeffizienz-Ziele untermauert werden muss. Er warnt: Ist das Elektrifizierungsziel unbegleitet, könnte es die Ausgaben für die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen in die Höhe treiben oder falsche Anreize zur Steigerung des Gesamtstrombedarfs schaffen. 

Auch DNR-Präsident Kai Niebert betont: „Damit die Elektrifizierung wirklich erfolgreich ist, muss sie Hand in Hand mit einer Stärkung der europäischen Energiewende gehen. Dafür muss die Bundesregierung jetzt gezielte Maßnahmen unterstützen, die uns raus aus den Fossilen und hin zu Erneuerbaren und Energieeffizienz bringen“. 

Der Elektrifizierungsplan wurde gleichzeitig mit den Reformvorschlägen zum EU-Emissionshandel vorgelegt (EU-News 24.07.2026). Der Elektrifizierungsplan ist eine Mitteilung der EU-Kommission und dadurch nicht rechtlich bindend. In den kommenden Monaten sollen Gesetzesinitiativen folgen, die im Plan angekündigt wurden. Der Vorschlag zu zukunftssicheren Stromrechnungen muss noch vom Rat und vom Parlament abgestimmt werden. [jh] 

 

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