Forderungspapier

Die letzten 100 Tage nutzen: Organisationen legen Klimaschutz-Sofortprogramm vor

16.06.2021

Die Bundesregierung muss das überarbeitete Klimaschutzgesetz noch vor der Sommerpause mit konkreten Maßnahmen zur CO₂-Minderung hinterlegen. Das fordert der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) zusammen mit 55 Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen sowie weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft in einem Klimaschutz-Sofortprogramm.

Das Forderungspapier unterbreitet Vorschläge für Sofortmaßnahmen in klimaschutzrelevanten Bereichen. Im Energiesektor solle eine naturverträgliche Ausbauoffensive für die erneuerbaren Energien gestartet werden, um bis 2030 einen Erneuerbaren-Anteil im Stromsektor von mindestens 80 Prozent zu erreichen und bis 2035 den gesamten Strombedarf mit Erneuerbaren zu decken. Zudem fordern die Verbände eine Solarpflicht für alle geeigneten Dächer bei Neubau, Umbau und Dachsanierung sowie eine rechtsverbindliche Absicherung des Kohleausstiegs bis 2030 entlang steigender CO₂-Preise. Um die seit Jahren auf hohem Niveau stagnierenden Emissionen des Verkehrssektors wirksam zu reduzieren, brauche es einen Zulassungsstopp für Pkw mit Verbrennungsmotoren noch vor 2030, ein Moratorium für den Neu- und Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen sowie die massive bundesweite Förderung klimafreundlicher Mobilität.

Für den Gebäudesektor fordern die Verbände eine jährliche Steigerung der Sanierungsquote auf drei Prozent und einen sofortigen Förderstopp von Öl- und Gasheizungen. Für die Landwirtschaft bedürfe es einer drastischen Reduktion der Tierbestände, konsequenter Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und des Vermeidens von Fehlanreizen auch im Konsum. Als Teil eines klugen Maßnahmenmixes schlägt das Klimaschutz-Sofortprogramm außerdem eine verursachergerechtere und deutliche Anhebung der CO₂-Bepreisung mit einem kontinuierlichen Preisanstiegspfad vor, die über eine Klimaprämie kompensiert und insbesondere Menschen mit geringem Einkommen entlasten soll.