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DNR warnt vor Aufweichungen des EU-Emissionshandels
Pressemitteilung | 16.07.2026
#Emissionen #EU-Umweltpolitik #Klima und Energie

DNR warnt vor Aufweichungen des EU-Emissionshandels

EU-Flagge
© Alexandre Lallemand

Berlin – Die EU-Kommission will morgen ihren Vorschlag zur Reform des EU-Emissionshandels (ETS I) vorstellen. Die Überarbeitung ist richtungsweisend für den Klimaschutz und die Zukunftsfähigkeit der europäischen Industrie. Eine Aufweichung des EU-Emissionshandels würde die Glaubwürdigkeit des Systems gefährden und notwendige Investitionen in den Umbau der europäischen Wirtschaft ausbremsen. 

„Der EU-Emissionshandel hat in den letzten Jahrzehnten sein Können im Stromsektor unter Beweis gestellt. Sein Erfolg beruht auf einem einfachen Prinzip: Wer verschmutzt, bezahlt dafür. Das Vertrauen in dieses einfache Prinzip hat Investitionen ausgelöst und Innovationen angestoßen. Nun muss der CO₂-Preis auch in der Industrie wirken“, kommentiert DNR-Präsident Kai Niebert. „Die europäische Industrie steht derzeit zweifellos unter erheblichem Wettbewerbsdruck, allerdings sind die Herausforderungen strukturell bedingt und kein Argument gegen die CO₂-Bepreisung. Mit der anstehenden Reform muss die EU-Kommission zeigen, dass der EU-Emissionshandel ein Kompass für die Modernisierung der Industrie bleibt und nicht diejenigen Unternehmen straft, die schon heute mit GreenTech viel Wohlstand für alle erwirtschaften”, so Niebert weiter.

Die Glaubwürdigkeit des EU-Emissionshandels steht und fällt mit einer verlässlichen Emissionsgrenze. Wird frühzeitig in die Absenkung der Zertifikatsmenge eingegriffen oder das Auslaufen der kostenlosen Zertifikate verschoben, verliert das System seine Lenkungswirkung. Auch die Anrechnung internationaler Gutschriften und CO₂-Entnahmen birgt das Risiko eines geschwächten CO₂-Preises. „Insbesondere Vorreiter brauchen die Gewissheit, dass sich ihre Investitionsentscheidungen auch künftig auszahlen. Wer den Emissionshandel abschwächt, bestraft diejenigen, die Verantwortung übernommen haben und zementiert den Status quo“, betont Kai Niebert.

Der Emissionshandel ist weit mehr als ein klimapolitisches Instrument. Er stärkt die wirtschaftliche Resilienz Europas, verringert die Abhängigkeit von volatilen internationalen Energiemärkten und lenkt Investitionen in zukunftsfähige Geschäftsmodelle. Mit dem ebenfalls für morgen erwarteten Elektrifizierungsaktionsplan kann die EU-Kommission diesen Kurs konsequent ergänzen. Zentral ist ein verbindliches EU-weites Elektrifizierungsziel von 60 Prozent bis 2040 basierend auf erneuerbaren Energien. Ein solches Ziel schafft zusätzliche Planungssicherheit für Investitionen in nachhaltigen Strom und sendet ein entscheidendes Marktsignal für einen raschen Ausstieg aus fossilen Energieträgern.

Kontakt für Rückfragen

Christina Stoldt

Referentin für deutsche und europäische Industriepolitik

+49 (0) 306781 775 94

christina.stoldt@dnr.de

Melissa Ihlow

Referentin für Pressearbeit und Social Media

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melissa.ihlow@dnr.de

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