Offener Brief: Reparaturbonus für Elektrogeräte sofort einführen!

Ein Bündnis aus 18 Organisationen fordert die Bundesregierung in einem offenen Brief an Bundesumweltminister Carsten Schneider auf, Hersteller für die Reparaturen von Elektrogeräten in die Verantwortung zu nehmen. Das Bündnis plädiert für die sofortige Einführung eines herstellerfinanzierten Reparaturbonus. Hohe Reparaturkosten seien eine der größten Hürden für Verbraucherinnen und Verbraucher, Elektrogeräte reparieren zu lassen.
Mit einem offenen Brief kurz vor dem Tag der Reparatur hat am 17. Oktober haben sich 18 Umwelt-, Verbraucher- und Sozialverbände, Reparaturinitiativen, Unternehmen und kirchliche Organisationen an Bundesumweltminister Carsten Schneider gewandt. Neben dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) sind unter anderem die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Runde Tisch Reparatur, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sowie der Paritätische Gesamtverband beteiligt.
Ein von den Herstellern finanzierter Reparaturbonus mache Reparaturen günstiger, sichere lokale Arbeitsplätze und schone wertvolle Ressourcen, argumentiert das Bündnis. Zudem entlaste die Finanzierung durch Hersteller die öffentlichen Kassen und könne ein dauerhaft verfügbares Bonussystem sichern.
Dass das Reparieren von Elektrogeräten wertvolle Ressourcen spare, liegt auf der Hand. Insofern reiche es nicht, einen Reparaturbonus zu prüfen, die Bundesregierung müsse einen solchen tatsächlich einführen. Damit das Reparieren von kaputten Displays oder gelösten Kontakten nicht an der Rechnung scheitert.
Der Reparaturbonus funktioniert
Bisherige Erfahrungen auf nationaler sowie europäischer Ebene verdeutlichten das ökologische Potenzial von Reparaturboni. „Zwischen 2021 und 2024 konnten durch 33.288 geförderte Reparaturen potenziell Emissionen von rund 2.971 Tonnen CO₂-Äquivalente und 390 Tonnen Elektroschrott vermieden werden", heißt es in dem offenen Brief mit Blick auf Ergebnisse aus Thüringen. Reparaturboni in Sachsen, Berlin und Österreich zeigten zudem eine hohe Nachfrage nach finanzieller Reparaturförderung. Diese Programme würden jedoch aus öffentlichen Mitteln finanziert und seien dadurch in Umfang und Dauer limitiert. Darum fordert das Bündnis, dass für eine dauerhafte Lösung in Deutschland die Finanzierung von den Herstellern getragen werden sollte.
Wer Geräte verkauft, sollte dafür sorgen, dass sie bezahlbar repariert werden können. Dies stärke auch die Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Ein Reparaturbonus müsse gültig für alle Elektrogeräte gelten und direkt als Abzug auf der Reparaturrechnung sichtbar sein. Das Reparieren sollte auch bei unabhängigen Werkstätten erfolgen können sowie mit Erstattung der Kosten von Ersatzteilen bei Eigenreparatur im Repair Café möglich sein. Auf der Herstellerseite müsse es Anreize für reparaturfreundliches Design geben – einschließlich höherer Herstellergebühren für Produkte, die besonders schwer zu reparieren sind. Und schließlich müssten auch Hersteller, die auf Online-Marktplätzen verkaufen, in das Reparaturbonus-System einbezogen werden.
Offener Brief an Umweltminister Carsten Schneider: Herstellerfinanzierten Reparaturbonus für Elektrogeräte sofort einführen
Offener Brief zum herstellerfinanzierten Reparaturbonus (315 KB)
Der offene Brief wird von folgenden Organisationen unterstützt:
DUH, Anstiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz, Circular Berlin, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutscher Naturschutzring, iFixit, Germanwatch, INKOTA-netzwerk, Kreisler, Open Knowledge Foundation Deutschland, PowerShift, Netzwerk Reparatur-Initiativen, Runder Tisch Reparatur, SHIFT, Umweltbüro der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, VKU und vzbv


