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Studien: Umweltkosten, Vielfaltszerstörer und -erhalter, Feuchtgebietswertschätzung

11.04.2019

Der soziale, wirtschaftliche und ökologische Preis für die Plastikverschmutzung in den Ozeanen weltweit ist hoch: WissenschaftlerInnen haben die Kosten auf 2,5 Milliarden US-Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) pro Jahr beziffert. Fischerei, Aquakultur, Freizeitaktivitäten und globales Wohlbefinden seien allesamt durch die Verschmutzung durch Plastik negativ beeinflusst, wobei der Nutzen der Ozeane für die Menschheit schätzungsweise um 1 bis 5 Prozent zurückgehe. Etwa acht Millionen Tonnen (8.000.000.000.000 Kilogramm) gelangen jedes Jahr in die Weltmeere, mit erheblichen Folgen für die Ökosysteme. Diese Studie berechnet erstmals die Kosten, allerdings bestehe weiterer Forschungsbedarf. [1]

Gefahr für die Artenvielfalt durch kommerzielle Nutzung - an welchen Orten leben Arten besonders gefährlich? Dieser Frage geht eine internationale Studie nach, deren Ergebnisse kürzlich im Wissenschaftsmagazin Advances veröffentlicht wurde. Die Übernutzung als eine der Hauptbedrohungen für die biologische Vielfalt sei auf der Welt unterschiedlich intensiv. Die WissenschaftlerInnen haben für 4.543 bedrohte Arten an Land und auf See die Orte ermittelt, wo diese besonders oft vorkommen. Diese Orte wurden mit einer Karte zur Klassifizierung je nach Bedrohungsintensität (hoch, mittel, niedrig) verglichen, um Gefährdungsregionen zu identifizieren. Ergebnis: Auf 4,3 Prozent der Landfläche und 6,1 Prozent der Meeresflächen leben diese bedrohten Arten in größerer Zahl, sind aber nicht ausreichend geschützt. Nur etwa ein Sechstel dieser Flächen haben einen Schutzstatus. Die farblich gekennzeichnete Gefährdung ist auf einer Weltkarte abgebildet. Besonders in Asien und an den Ostküsten der USA und Brasiliens haben es bedrohte Arten nicht leicht. [2]

Welche Faktoren führen zu einer erfolgreichen Durchsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie? Das hat das Institut für Europäische Umweltpolitik (IEEP) herausgearbeitet und dafür zahlreiche Fallstudien aus den EU-Mitgliedstaaten analysiert. Die Studie zeigt, dass eine starke und kohärente Naturschutzpolitik mit guter Unterstützung auf Entscheiderebene, ein Schlüsselelement ist, um echte Verbesserungen beim Zustand von Lebensräumen und Arten zu erreichen. Darüber hinaus werden Erfolgsgeschichten gemeinhin durch gezielte Forschung untermauert, um die Ursache des Rückgangs zu diagnostizieren, und eine angemessene Finanzierung, um Managementlösungen zu testen und einzusetzen, die langfristig nachhaltig sind. Entscheidend ist auch die Beteiligung und Motivation der wichtigsten Akteure (z. B. Grundeigentümer, Landwirtschaftsorganisationen, Förster, Jäger, Fischer, Industrie und Kommunen), ebenso wie die breitere Anerkennung des Wertes des Naturschutzes durch die Gesellschaft. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, wie wichtig Schutzgebiete als Eckpfeiler nationaler und internationaler Erhaltungsstrategien sind. [3]

Der Wert von Feuchtgebieten ist das Thema einer Studie, deren Ergebnisse auf der Seite der Ramsar Konvention veröffentlicht wurde. Der monetäre Wert der globalen Feuchtgebiete entspreche mehr als 47 Billionen US-Dollar pro Jahr, so eine neue Studie im Fachjournal Marine and Freshwater Research. Die AutorInnen der Studie berechneten diesen Wert auf Grundlage der globalen monetären Werte der Feuchtgebietsökosystemdienstleistungen aus dem Jahr 2011. Laut Ramsar-Konvention über Feuchtgebiete beziehen sich "Dienstleistungen" auf die Vorteile, die Menschen aus Feuchtgebieten erhalten, darunter Hochwasserschutz, Grundwasserauffüllung, Sturmschutz, Küstenstabilisierung, Wasseraufbereitung, Tourismus, kulturelle Werte und weitere. [4] [jg]

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[1] Plastikverschmutzung: Artikel im Guardian und Studie im Marine Pollution Bulletin (englisch)

[2] Presseinformation von BirdLife ("Hotspots of Exploitation") und zugehörige Studie zur nichtnachhaltigen Nutzung von Arten (englisch)

[3] Pressemitteilung und IEEP-Studie "Study on identifying the drivers of successful implementation of the Birds and Habitats Directives" (englisch)

[4] Artikel "The Worth of Wetlands" und Verweis zur Studie (englisch)